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Ab 1. November 2014 müssen EU-weit alle Neuwagen mit einem elektronischen Reifendruckkontrollsystem ausgestattet werden. Dieses System wurde bereits im Vorfeld von diversen Fahrzeugherstellern als Sonderausstattung angeboten. Auch bei den Automobilen von SAAB konnte diese geordert werden. So weit so gut.

Meiner Meinung nach ist jedoch diese EU-weite Pflicht komplett überzogen. Begründet wird dieser Aktionismus der Eurokraten mit Reifenschäden und daraus folgender Unfallgefahr sowie geringerem Reifeninnendruck und dadurch zunehmender Kraftstoffverbrauch.
Bei meinen Werkstatt- und Servicebesuchen gehört der technisch-kaufmännische Smalltalk einfach dazu. Es erweitert den Horizont und lässt die Gesprächspartner aufeinander zugehen. So führen wir die Verhandlungen auf Augenhöhe und können dadurch immer einige Euro für unser Team und Gäste einsparen. Jetzt durfte ich erfahren, dass mein aktueller und gut sortierter Reifenservicepartner noch keinen Plan hat, wie er diese Auflage umsetzen wird. Sein Unternehmen ist keinem Vertragspartner oder Händler angeschlossen, so dass er bis jetzt recht angemessene Preise ausweisen konnte.
Diese Reifendruckkontrollsystem-Pflicht dürfte jedoch den Kaufpreis je Reifen um ca. 100 Euro erhöhen. Macht bei zwei Sätzen Saison-Bereifung 800 Euro. Welcher Zeitaufwand sich jedoch beim Anlernen bzw. Programmieren mit der Fahrzeugsoftware ergibt und welche Geräte zur Verfügung stehen müssen, ist noch nicht umfänglich kalkuliert. Dem gegenüber steht die Aussage der Reifenbranche, dass mit diesem schönen neuen System eine Ersparnis von 40 Litern Kraftstoff pro Jahr erzielt werden kann. ??? Hat hier jemand einen Schuss nicht gehört? Wie kann einer der monatlich den Reifenluftdruck seines SAAB Automobil prüft, diesen bei Touren der Beladung anpasst, einen Kraftstoffverbrauch laut Angaben der Betriebsanleitung erzielt, jetzt noch 40 Liter Super E10 pro Jahr einsparen? Ist es nicht eher so, dass ich bei Nutzung dieses Systems das Doppelte für die neuen M+S-Reifen eines Markenherstellers bezahlt hätte? Nur damit ich etwas mehr Elektronik an Bord habe, die zu Störungen und Ausfällen beitragen kann? Sind nicht aktuell die meisten Fahrzeugstörungen auf Defekte der Bordelektronik zurück zuführen? Jetzt kommen weitere mögliche Fehlerquellen hinzu …
Nun gut, aktuell betrifft mich dieses EU-weite „Fahrzeugknechtung“ nicht. Die „Fuhrparkjungs“ sind in Schuss, mit passender Bereifung versehen und bereit für die SAAB-REISEN. Aber irgendwann werden neue 9X-Modelle aus dem Werk auf Stallbacka rollen. Und bis dahin hoffe ich, dass die NEVS-Ingenieure eine SAAB-typische „precislagom-Lösung“ gefunden haben 🙂 .

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